BRODALUMAB

Kyntheum®

Wirkstoff, Handelspräparate und Hersteller

Kyntheum® von LEO Pharma

Wirkmechanismus

Humaner, monoklonaler IgG2 Antikörper, bindet am und blockiert den IL-17-Rezeptor

Zulassung in der Dermatologie

Plaque-Psoriasis: Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis

Zulassung bei Kindern/ Jugendlichen

Nein

Galenische Form und Verabreichung

Fertigspritze, Pen

s.c.

Vor Therapiebeginn

Allgemeinstatus zum Ausschluss einer aktiven Infektion*, Labor** (BSG, CRP, Diff-BB, GPT, Kreatinin, Hepatitis-Screening (B, C), Ausschluss aktive Tuberkulose* (Rx-Thorax, nicht älter als 3 Monate), Überprüfung und Aktualisierung des Impfstatus**, Ausschluss Schwangerschaft*

Kontrollintervalle und untersuchungen

In den ersten 3 Monaten alle 4 Wochen, danach alle 3 Monate: Infektionszeichen (vor allem obere Atemwege, orale Herpesinfektion, orale Candidiasis, Fieber, Husten, Schluckbeschwerden), Zeichen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (Durchfälle, unklarer Gewichtsverlust), Sicherheits- und Aktivitätsparameter im Labor (BSG, CRP, Diff-BB, GPT, Kreatinin), PASI, DLQI

Dosierung

In den ersten 3 Monaten alle 4 Wochen, danach alle 3 Monate: Infektionszeichen (vor allem obere Atemwege, orale Herpesinfektion, orale Candidiasis, Fieber, Husten, Schluckbeschwerden), Zeichen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (Durchfälle, unklarer Gewichtsverlust), Sicherheits- und Aktivitätsparameter im Labor (BSG, CRP, Diff-BB, GPT, Kreatinin)

Ø Wirkungseintritt

2-4 Wochen

PASI75/ EASI 50

Woche 12: 83-86%

Woche 52: 65-87%

PASI90/ EASI 75

Woche 12: 69-70%

Woche 52: 78%

Kosten im 1. Therapiejahr/ Folgejahr in DE (AVP)*

18.692,60 €/ 17.861,81 €

Unterbrechung

>90% erreichen bei Wiederbehandlung nach 6 Wochen wieder PASI 75

Entwicklung von anti- Produkt-Antikörpern

2,7% entwickelten über einen Zeitraum von 52 Wochen Antikörper gegen Brodalumab.

Keine der Patienten entwickelte neutralisierende Antikörper.

Kontraindikationen

Absolut: Aktive Tuberkulose oder akute, schwere Infektionen, Lebendimpfungen, aktive chronische Hepatitis B, Schwangerschaft und Stillzeit, Überempfindlichkeitsreaktionen auf einen der Inhaltsstoffe

 

Relativ: Morbus Crohn (engmaschige Überwachung, Abbruch der Therapie bei aktiver Erkrankung), gleichzeitige immunsuppressive Therapie, Depression und/oder Suizidgedanken

Potenzielle unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Auswahl, nicht nach Häufigkeit geordnet, in meisten Fällen keine Kausalität nachgewiesen)

Obere Atemwegsinfekte, Tinea, Candida-Infektionen inkl. oralem und ösophagealem Befall, Neutropenie, Kopfschmerz, Konjunktivtis, oropharyngeale Schmerzen, Diarrhö, Übelkeit, Arthralgie, Myalgie, Ermüdung, Reaktionen an der Injektionsstelle

Verwendung bei HBV Infektion

Daten ungenügend, bei latenten chronischen Infektionen muss Nutzen-Risiko mit Infektiologen besprochen werden

Verwendung bei HSV Infektion

Daten ungenügend, bei latenten chronischen Infektionen muss Nutzen-Risiko mit Infektiologen besprochen werden

Verwendung bei HIV Infektion

Daten ungenügend, fallabhängige Entscheidung, zusammen mit Infektiologie

Verwendung bei HIV Infektion

Daten ungenügend, bei latenten chronischen Infektionen muss Nutzen-Risiko mit Infektiologen besprochen werden

Interaktionen

Dosis von Medikamenten, die mit CYP450 3A4, 1A2 oder 2C9 interagieren, sollte reevaluiert werden, insb. solche mit enger therapeutischer Breite (Marcumar)

Verwendung bei latenter TBC Infektion

Start der Therapie 4 Wochen nach Einleitung einer leitliniengemäßen TB-Prophylaxe

Krebsrisiko

Keine Hinweise für ein erhöhtes Krebsrisiko

Letzte Aktualisierung
08/06/2022