BRODALUMAB

Kyntheum®

Wirkstoff, Handelspräparate und Hersteller

Kyntheum® von LEO Pharma

Wirkmechanismus

Rekombinanter, vollständig humaner, monoklonaler IgG2-Antikörper, der mit hoher Affinität an IL-17RA bindet und die biologische Aktivität der proinflammatorischen Zytokine IL-17A, IL-17F, IL-17A/F-Heterodimer, IL-17C und IL-17E (auch bekannt als IL-25) blockiert

Zulassung in der Dermatologie

Plaque-Psoriasis: Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine Systemtherapie in Frage kommen.

Zulassung bei Kindern/ Jugendlichen

Nein

Galenische Form und Verabreichung

Fertigspritze,

s.c.

Vor Therapiebeginn

Nach FI: keine Empfehlungen.

 

Gemäß Leitlinie: Labor (Differentialblutbild, Leberwerte, Kreatinin, CRP, Schwangerschaftstest, Hepatitis-Screening (B,C), HIV, Ausschluss Tuberkulose (IGRA-Test)), Ausschluss aktiver Infektionen, Prüfen des Impfstatus, sichere Kontrazeption bei Frauen, Screening auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Malignome, Depression und/oder Suizidgedanken sowie suizidales Verhalten.

Kontrollintervalle und untersuchungen

Gemäß Leitlinie alle 3-6 Monate Screening auf Infektionszeichen (insb. obere Atemwege, Candida, Tuberkulose), Zeichen von Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Labor (Diff-BB, Leberwerte, Kreatinin, CRP, ggf. ß-HCG), Symptome von Depressionen oder Suizidgedanken, PASI/ BSA/ PGA/ DLQI/ Skindex-29/-17

Dosierung

210 mg an Woche 0, 1, 2 dann alle 2 Wochen

Ø Wirkungseintritt

2-4 Wochen

PASI75

Woche 12: 83-86%

Woche 52: 65-87%

PASI90

Woche 12: 69-70%

Woche 52: 78%

Kosten im 1. Therapiejahr/ Folgejahr in DE (AVP)*

18.692,60 €/ 17.861,81 €

Unterbrechung

>90% erreichen bei Wiederbehandlung nach 6 Wochen wieder PASI 75

Entwicklung von anti- Produkt-Antikörpern

In den klinischen Psoriasis-Studien entwickelten 2,2 % (88/3935) der über einen Zeitraum von bis zu 52 Wochen mit Kyntheum® behandelten Patienten Antikörper gegen Brodalumab (0,3 % der Patienten wiesen bei Baseline Antikörper gegen Brodalumab auf). Keiner dieser Patienten entwickelte neutralisierende Antikörper.

Kontraindikationen

Absolut: Aktive Tuberkulose oder akute, schwere Infektionen, Lebendimpfungen, aktive chronische Hepatitis B, Schwangerschaft und Stillzeit, Überempfindlichkeitsreaktionen auf einen der Inhaltsstoffe, M. Crohn

Potenzielle unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Auswahl, nicht nach Häufigkeit geordnet, in meisten Fällen keine Kausalität nachgewiesen)

Obere Atemwegsinfekte, Tinea, Candida-Infektionen inkl. oralem und ösophagealem Befall, Neutropenie, Kopfschmerz, Konjunktivtis, oropharyngeale Schmerzen, Diarrhö, Übelkeit, Arthralgie, Myalgie, Ermüdung, Reaktionen an der Injektionsstelle

Verwendung bei HBV Infektion

Daten ungenügend, bei latenten chronischen Infektionen muss Nutzen-Risiko mit Infektiologen besprochen werden

Verwendung bei HCV Infektion

Daten ungenügend, bei latenten chronischen Infektionen muss Nutzen-Risiko mit Infektiologen besprochen werden

Verwendung bei HIV Infektion

Daten ungenügend, fallabhängige Entscheidung, zusammen mit Infektiologie

Interaktionen

Dosis von Medikamenten, die mit CYP450 3A4, 1A2 oder 2C9 interagieren, sollte reevaluiert werden, insb. solche mit enger therapeutischer Breite (Marcumar)

Verwendung bei latenter TBC Infektion

Start der Therapie 4 Wochen nach Einleitung einer leitliniengemäßen TB-Prophylaxe

Krebsrisiko

Keine Hinweise für ein erhöhtes Krebsrisiko

Letzte Aktualisierung
18/10/2023